Der hier gezeigte Gemeinschaftsantennenverstärker TAV 2001 wurde im VEB Elektronische Geräte Burgstädt gebaut. Er hatte einst die Aufgabe, in Mietshäusern das Signal einer einzigen Antenne zu verstärken und an alle Mieter weiterzuleiten. Bei größeren Häusern wurden ihm noch Verteiler nachgeschaltet. So konnten mit einem einzigen Verstärker bis zu 20 Wohnungen mit Fernseh- und Rundfunksignalen versorgt werden. Der Verstärker war für Dauerbetrieb ausgelegt, das heißt, er wurde bei seiner Montage eingeschaltet und erst bei einer eventuell auftretenden Reparatur oder bei seiner Außerdienststellung wieder abgeschaltet. Verstärker dieser Bauart waren aber wenig bis gar nicht störanfällig, so dass das hier gezeigte Exemplar ganze 22 Jahre ununterbrochen in Betrieb war. Dennoch funktioniert er immer noch. Leider habe ich zu dem Gerät keinerlei Unterlagen. TAV steht übrigens für "Transistor-Antennenverstärker"

Auf einigen Bildern sieht man auf dem Gerät noch ein wenig Dreck. Diesen konnte ich nicht ganz entfernen, da der Verstärker aus dem Bauschutt eines Abbruchhauses geborgen wurde, und einige der dort angefallenen Materialien sich in das Gehäuse eingefressen haben.

wie man auf dem obigen Bild erkennen kann, ist das Gehäuse zum Schutz vor unbefugten Eingriffen oder gar Sabotageakten abschließbar. Der Schlüssel lag in der Regel beim Hausverwalter, aber auch Reparaturwerkstätten hatten meist einen. Die "Sicherheitsschlösser" der DDR-Produktion waren meist einfach gestrickt, man konnte sie mit einer kleinen Schere oder einer Nagelfeile öffnen. So war es kein Problem, für derartige Geräte über einen "Generalschlüssel" zu verfügen. Das Schloss bei dem hier gezeigten Gerät ist aber leider von den Abbrucharbeitern aus Neugier gewaltsam geöffnet worden, was unschwer zu erkennen ist.

wenn sie auf die eingerahmten Bilder klicken, werden diese in voller Größe angezeigt.

     

hier das Schloss. Man sieht deutlich die Einbruchsspuren.

die Innenseite des Deckels mit dem Riegel des Schlosses

die Anschlussleiste

     
     

Eingangsseite

und Ausgangsseite des Gehäuses

hier eine Ansicht des Geräteinneren

     

Die verschiedenen Einsätze haben folgende Funktion (von links nach rechts):

Verstärker für LMK (Rundfunk), Verstärker für UKW (Rundfunk), Verstärker für Band III (Fernsehen), Verstärker für Band V (Fernsehen), Netzteil Darüber befindet sich die Anschlussplatte.

 

     
Im Deckel ist ein Loch, dahinter verbirgt sich diese Glimmlampe, die die Betriebsbereitschaft anzeigt.

ich habe hier mal eines der Module geöffnet.

Netzschalter

     

 

 

 

mit dieser Schiene wird das Gehäuse an einer Wand befestigt

Herstellerschild und Erdungsklemme

Gehäuseverschluss

Der Netzanschluss kann auf zwei Arten erfolgen: 1. feste Installation, 2. Installation zum Anschluss an eine Steckdose. Die Installation zum Anschluss an eine Steckdose war die häufigste.

Gehäuse:

Stahlblech, für Wandbefestigung

Betriebsspannung:

220 V ~ 50 Hz

Leistungsaufnahme:

6 ... 20 W

Halbleiter-Bestückung:

 

Abmessungen (B x H x T):

210 x 310 x 90 mm

Gewicht:

 

Baujahr:

1985 ... 1987

Preis:

 

Besonderheiten:

Gehäuse ist verschließbar

Verdrahtung:

gedruckte Schaltung, Modulbauweise

Bereich: alle Rundfunk- und Fernsehbänder

Übrigens, für alle, die es interessiert: Den Hersteller in Burgstädt gibt es noch. Er wurde nach dem politischen Umbruch von der Firma Kathrein übernommen.

 

 

 

 

zurück

Impressum