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Hier habe ich eine kleine Geschichte ausgegraben, die sehr zukunftsweisende Visionen enthält:
Viel Spaß !
Heutzutage Lässt sich nur noch die Tagespresse dazu hinreißen, pünktlich zum 1. April einen sog. Aprilscherz zu veröffentlichen. Aus der Zeit, als dies auch noch in Fachzeitschriften üblich war, stammt folgendes „Gerät“ (hierzu Originaltext „Funktechnischer Vorwärts“, Heft 7/1935):
„Erst jetzt wird bekannt, dass sich ein bekanntes Forschungslaboratorium in aller Stille mit dem Problem beschäftigt hat, ein Zusatzgerät zu jedem beliebigen Rundfunkempfänger zu schaffen, das die selbsttätige Übersetzung ermöglicht. Die Arbeitsweise beruht auf folgender Tatsache: Es ist bekannt, dass die einzelnen Sprachen einer Sprachgruppe, nehmen wir beispielsweise die germanische an, sich nur dadurch unterscheiden, dass die eine Sprache die Entwicklung den anderen einer Gruppe nicht ganz oder gar nicht mitgemacht hat.
Wir haben bei den germanischen Sprachen eine dreistufige Lautverschiebung, d.h. eine Wandlung von Konsonanten, beispielsweise zwischen stimmhaften und stimmlosen Verschlusslauten, d.h. also, dass die Worte zwischen den einzelnen Sprachen sich nur durch Verschiebung der Konsonanten oder durch Veränderung der Vokale unterscheiden. Diese Tatsache wind dazu benutzt, die einzelnen Vokale umzulauten und ebenso die Konsonanten zu unterdrücken oder zu verfärben. Diese Veränderung geschieht auf elektrischem Wege, und zwar durch sogenannte Kettenleiter, das sind Siebketten, Schwingkreise und Glimmlampeneinrichtungen, die grundsätzlich so aufgebaut sind wie die von uns oft beschriebenen Entzerrer bei Verstärkerschaltungen. Hat z.B. zwischen zwei Sprachen eine Vokalverschiebung dahingehend stattgefunden, dass in der eigenen Sprache das A in der anderen Sprache zu einem O umgelautet wurde, so färbt das Gerät automatisch beim erklingen des A diesen Vokal zu O um.
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Wir konnten uns von der Funktion des Gerätes überzeugen und außerdem feststellen, dass die Verwendbarkeit gegeben ist, wenngleich noch manches zu Verbessern ist. Eine große Schwierigkeit bietet noch die Stilistik. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich nämlich außer den Lautverschiebungen auch oft die Satzformung etwas verschoben, so dass die übersetzte Sprache nicht fließend klingt.„Dolmetsch 1435“ ist zurzeit nur für die germanischen Sprachen brauchbar, und zwar für Englisch, Holländisch und Norwegisch. Andere Sprachen können gewählt werden, wenn die mit A bezeichnete Haupthorizontalwalze gegen eine andere Walze ausgetauscht wird. Die Walze enthält nämlich eine Reihe von Kontakten und die notwendigen Schwingkreise, die für die Einfärbung der fünf Vokale jeweils notwendig sind. Durch Eindrücken der Hebel J wind jeweils der Übersetzer auf die gewünschte Sprache eingeschaltet. |
Sind alle Hebel draußen, so findet keine Klangfärbung statt, also keine Übersetzung. An den Lautsprecher werden hohe Anforderungen gestellt, er ist deshalb als „Dreiflächen-Lautsprecher“ ausgebildet. Wann das Gerät geliefert wird und wie hoch die Kosten sein werden, kann zurzeit noch nicht gesagt werden, da die Patentverhandlungen noch im Gange sind. Sobald Einigung erzielt wird, soll sofort mit der Fabrikation begonnen werden...“
Aus: Funkschau 8/1980 Franzis-Verlag, München