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Niemand kennt sie, aber es ist definitiv eine echte und einzigartige Gnomröhre, wie ihr Sockel erkennen lässt. Sie zeigt, wie abrupt die Fertigung eingestellt wurde, denn sie ist zwar schon fertig und hat Vakuum und Getter, ist aber noch nicht gestempelt. Der seitliche noch nicht abgeschmolzne Pumpstängel lässt vermuten, dass dieser erst nach dem Gettern abgeschmolzen werden sollte, (was eher unwahrscheinlich ist) oder aber es handelt sich um ein Versuchsmuster, das noch nicht fertig gestellt war. Diese Version erscheint mir plausibler. Die Röhre enthält 2 Systeme, die vom Aufbau her etwas merkwürdig anmuten. Leider kann man mit der Kamera nicht in die Anodenbleche hineinsehen, da sie vorn und hinten mit je einer Glimmerscheibe verschlossen sind. Auch scheint das obere System keine Heizung zu haben, was darauf hinweisen könnte, das dieses System evtl. als Hilfssystem ausgelegt war. Wie dem auch sei, heutzutage ist jede Erklärung nur Spekulatius. Was es mit dieser Röhre auf sich hatte, wird wohl für immer im Dunkel der Geschichte verborgen bleiben. Das einzige, das ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass es kein Nachbauversuch eines anderen Herstellers ist, denn ich bekam sie direkt im Funkwerk Erfurt von einem ehemaligen Mitarbeiter, der sie dort in einem alten Lager gefunden hat. Erstaunlich, dass sie dort die vielen Jahrzehnte unbeschadet überdauern konnte. Diese Röhre ist nicht nur extren selten, nein, sie ist sogar einmalig.
Inzwischen habe ich mich mit einem ehemaligen Mitarbeiter des Funkwerk Erfurt, der bei der Entwicklung der Gnomröhren noch dabei war, kurzgeschlossen, und nicht einmal der kennt diese Röhre. Auch er vermutet, dass es sich entweder um ein Versuchsmuster handeln könnte, oder aber dass diese Röhre einfach eine „Spassproduktion“ gewesen sein kann, die einst dazu diente, einen Mitarbeiter zu ärgern, (aber dafür ist der hier betriebene Aufwand einfach zu groß) oder als eine Art Trophäe. Jedenfalls ist dieses Stück einzigartig. Weitere Nachforschungen und Expertenbefragungen haben ergeben, dass es sich evtl. auch um den Prototyp bzw. das Versuchsexemplar so einer Art Schaltröhre (für Radargeräte oder so ähnlich) handeln könnte. Vielen Dank an Rüdiger für den Tipp.
Eines meiner schlauen Bücher hat diese Röhre als Bandstrahl-Mischröhre deklariert. Dazu steht folgendes dort:
Diese Röhre wurde im Jahre 1954 in Fortführung aus Vorarbeiten zu Quersteuermischröhren des Jahres 1952 unter verantwortlicher wissenschaftlich technischer Leitung von Dipl. Ing. R. Rigò entwickelt, mit dem Ziel, für hohe Frequenzen bis zu > 500 MHz und für Fernsehanwendungen den technischen Anforderungen (Kreisgüte, Signal / Rauschspannung, Röhren-Eingangswiderstand, Störstrahlsicherheit ..) besser gerecht zu werden. So ließ sich bei normalen mit Intensitätssteuerung arbeitenden Röhren der Einfluss der Elektronenlaufzeit dadurch verkleinern, indem man den Abstand des Gitters zur Katode verringerte, gelangte jedoch dabei in der Großserienfertigung sehr bald an schwer zu bewältigende Montageprobleme, die erst durch die spätere Spanngittertechnik beherrschbar wurden. Diese Probleme ließen sich jedoch Anfang der 50er Jahre leichter dadurch überwinden, indem man auf die Intensitätssteuerung des von der Katode zur Anode übergehenden Elektroenstromes durch das Steuergitter verzichtete und stattdessen den auf die Anode gelangenden Strom ähnlich wie bei einer Oszillographenröhre steuert, wobei vor der Anode eine schmale Fangelektrode angeordnet wurde.

Das ist sie. Besonders achte man auf den merkwürdigen Pumpstängel und den Draht am Kolbendom, der offensichtlich einmal eine Kappe werden sollte. Wozu der seitliche Pumpstängel dienen sollte, wird wohl auch für ewig ein Rätsel bleiben, denn man hätte die Röhre auch über die Kolbenspitze evakuieren können, wie das bereits bei den Novalröhren praktiziert wurde.
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Da es diese Röhre eigentlich gar nicht gibt, (sie ist eine typische Geisterröhre) kann es natürlich auch kein Datenblatt dazu geben. Die Entwicklungsunterlagen sind bereits in den frühen 1960er Jahren vernichtet worden.

Die Röhre hat den Normalen Gnomröhrendurchmesser, sie ist von den Sockelstiften bis zur Spitze (ohne den Draht) 9,5 cm lang. Der Pumpstängel überragt die Kolbenspitze um 2 cm. Der Abstand des Pumpstängels zum Kolben beträgt 1,5 cm.
| Gesamtlänge: | 110 mm (einschließlich Draht) |
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Länge des Drahtes ab Oberkante Spitze: |
1,5 cm |
| Länge des Pumpstängels: |
im geraden Teil 4 cm |
| Kolben-Ø: | 27 mm |
| Gewicht: | 26 g |
Literatur: Röhrenhistorie Bd. II, Hrsg.; Wolfgang Scharschmidt, Funkverlag Hein, 2009
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