Wie eine KF 4 sieht die hier vorgestellte KF 4 E nun wirklich nicht aus. Es handelt sich hierbei um eine Ersatzröhre, dafür steht das ā€žEā€œ. Derartige Röhren wurden gebaut, als es die Originalröhren nicht mehr gab. Sie waren also eine Art Notbehelf. Für sehr viele Röhren gab es ā€žEā€œ-Typen. Heute sind diese Ersatzröhren sehr selten geworden, man findet sie kaum noch außerhalb von Sammlungen. Die hier gezeigte Röhre war niemals gestempelt, man hat den Originalstempel sorgfältig entfernt, was für eine Industrieröhre spricht. Andererseits sehen die Lötungen so aus, als hätte sich ein Basler daran versucht. Falls dem so wäre, dann wäre die hier gezeigte Röhre nicht nur extrem selten, sondern sogar einzigartig. Fakt ist jedenfalls, dass hier eine Wehrmachtsröhre mit den gleichen oder annähernd ähnlichen Daten wie die KF 4 auf einen Außenkontaktsockel gesetzt wurde, um eine ähnliche Röhre zu ersetzen. Allerdings hat die KF 4 einen 8poligen Außenkontaktsockel. Die RV 2 P 800 aber hat einen Seitenkontaktsockel. Welche Röhre hier also genau ersetzt werden sollte, wird sich wohl nie mehr klären lassen. Auch die Anschlussbezeichnungen sind in den Sockel geritzt, was wiederum auf einen Bastler schließen lässt.

Die Typenbezeichnung steht auf der Behelfsverpackung, ich muss diese also annehmen, obwohl sie der Vorbesitzer selbst draufgeschrieben hat. Auch dieser Umstand spricht gegen eine Industriefertigung, aber unmittelbar nach dem Krieg war ja fast alles im Rahmen des Möglichen. So kann es auch durchaus sein, dass diese Röhren nur in geringer Auflage hergestellt wurden, und somit die Möglichkeit bestand, dass man die paar Exemplare fix mit Bleistift gekennzeichnet hat. Aber alle Theorien bleiben eben doch nur alles Spekulatius.

 

 

 

die Anode. Man erkennt auch ein Gitter

mehr ist vom Getterhalter nicht zu sehen

diese Lötung könnte vom das Werk eines Bastlers zeugen

     
 
     
diese Lötungen aber auch die Kontakte sind markiert  

aufgrund der Tatsache, dass der Hersteller dieser Röhre (wer auch immer es war), die Kontaktbelegung auf dem Sockel markiert hat, war ich in der Lage, einen Kontaktbelegungsplan anzufertigen.

Katode:

direkt geheizt

Heizspannung:

1,9 V Batterie

Heizstrom:

180 mA
Kappe:

Steuergitter G1

Anodenspannung:

120 V

Anodenstrom:

3,5 mA

Bremsgitterspannung:

0 V

Steuergittervorspannung:

- 1,5 V

Schirmgitterspannung:

80 V

Schirmgitterstrom:

0,8 mA

Steilheit:

1 mA/V

Durchgriff:

8 %

Verstärkungsfaktor:

 

Sockel:

Außenkontakt V 5 A oder V mit 5 Kontakten

Gesamtlänge:

80 mm

Kolben-Ø:

20 mm

Gewicht:

16 g

austauschbar mit:

KF 4 ????

 

 

 

 

 

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