Sie nehmen eine Sonderstellung ein, die Gnomröhren des VEB Funkwerk Erfurt. Ich werde mich hier nun nicht länglich über die Gnomröhren auslassen, deren Geschichte dürfte hinreichend bekannt sein, notfalls kann man sich auf zahlreichen Internetseiten schlau machen. Hier soll nur ein Kurzabriss wiedergegeben werden. 1950 - 1952 wurden diese Röhren als Ersatz für die zu dieser Zeit bereits veralteten Stahl- und Oktalröhren entwickelt und gebaut. Doch durch Absatzschwierigkeiten wurde die Produktion abrupt eingestellt. So abrupt, dass selbst Röhren, die gerade in der Produktion waren, nicht mehr fertig gestellt wurden, quasi „von jetzt auf gleich“. Leider ist nicht viel Material über sie nach draußen gedrungen, alle Daten unterlagen strengster Geheimhaltung. So sind im Laufe der Jahre und bei der Liquidation des Funkwerk Erfurt sehr viele Informationen verloren gegangen. Die Informationen, die das Werk verlassen und überdauert haben, werden (wenn überhaupt), nur stückweise veröffentlicht. Ich stelle hier die Gnomröhren meines Bestandes vor, die zum Glück bei einem Einbruch in mein Lager von den Dieben übersehen wurden. Nicht nur ich, sondern jeder Sammler, der einmal im Besitz einer oder mehrerer Gnomröhren ist, wird diese hüten, wie seinen Augapfel, und sie nie wieder herausrücken. Das Prinzip der Gnomröhren war aber trotzdem so zukunftsweisend, dass es viele Jahre später bei den Dekalröhren wieder aufgegriffen wurde. Somit dürfte also die Gnomröhre als Mutter der Dekalröhre gelten. Unter Sammlern gelten die Gnomröhren als Geheimtipp, Standorte werden, sofern bekannt, durch Mundpropaganda weitergegeben. Der arme Kerl, der Gnomröhren besitzt, und dessen Standort bekannt ist, kann sich dann manchmal vor neugierigen Sammlerkollegen kaum noch retten, denn alle wollen sie wenigstens mal im Original gesehen haben, wenn sie sie schon nicht besitzen dürfen. Wenn es auch makaber klingt, so hofft doch jeder Nicht-Gnomröhrenbesitzer insgeheim, dass jemand, der Gnomröhren besitzt, irgendwann das Zeitliche segnet, damit er eventuell aus dem Nachlass des Verblichenen die Gnomröhren erben oder den Hinterbliebenen abkaufen kann. Aufgrund ihrer Seltenheit sind die Gnomröhren entsprechend teuer. Der Röhrensatz für einen Großsuper kann z.B. bereits einen beträchtlichen Wert erreichen. Es soll schon Sammler gegeben haben, die auf den Besitz von Gnomröhren so erpicht waren, dass sie sich hoch verschuldeten und/oder ganze Teile ihrer Sammlung dafür opferten. Es soll allerdings auch schon vorgekommen sein, dass ein diplomierter oder gar studierter Nachlassverwalter aufgrund seiner hervorragenden Bildung die Gnomröhren einfach als Müll entsorgt hat, da sein geistiger Horizont leider nicht bis über den Inhalt seiner Brieftasche hinaus  oder über den Rand des Bierglases hinweg reichte. Solche Leute gibt es immer wieder. Aufgrund ihrer Sonderstellung ist den Gnomröhren diese eigene Seite zugedacht worden.

Die Darstellung der Sockelbelegungen ist immer so gezeichnet, wie es die Röhrenhersteller angeben, also von unten gegen den Sockel gesehen, wie die Abbildung zeigt:
 

E-Serie

  EAA 171
EF 173
EF 174
EF 175
EF 176
EH 171

 

nie in Serie hergestellt:   SK 329
 

U-Serie

  UBF 171
UCH 171
UEL 171
UM 171

 

 

 

 

 

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